Das HP ZBook 15u G3 ist eine dünne und leichte mobile Workstation mit durchaus leistungsfähiger Hardware, die dennoch bezahlbar bleibt. Doch: Ist es eine Workstation, ein Ultrabook, oder vielleicht sogar ein wenig von beidem?
Auch bei den mobilen Workstations setzt sich der Trend zu dünneren und leichteren Geräten fort. HP hat jetzt ein Update seiner beliebten ZBook-15u-Baureihe vorgestellt, welches neben einem neuen Chipsatz auch modernere Anschlüsse bietet. Das ZBook 15u G3 tritt in direkte Konkurrenz zu dem exzellenten Dell Precision 5510 und dem größeren Lenovo ThinkPad W550s, die beide sehr gute Ergebnisse in unseren Tests erzielen konnten.

Unser US-Testgerät verwendet einen Intel Core i7-6600U Dual-Core-Prozessor, 16 GB DDR4-RAM, eine 256 GB große NVMe-SSD sowie eine AMD FirePro W4190M mit 2 GB GDDDR5-VRAM, um die integrierte Intel HD Graphics 520 zu unterstützen. Einen Quad-Core wie im Precision 5510 gibt es nicht, für die meisten Anwender sollte der Core i7-6600U jedoch genügend Leistung bieten, vor allem in Verbindung mit der dedizierten Workstation-GPU sowie der üppigen Speicherausstattung mit NVMe-SSD und 16 GB DDR4-RAM. Mit rund 1.350 US-Dollar fällt der Preis für eine Workstation noch recht normal aus.

In Deutschland ist das HP ZBook 15u G3 aktuell ab rund 1.700 Euro erhältlich. Dafür bekommt man einen Core-i5-6200U-Prozessor, 8 GB RAM, eine 500-GB-HDD, FHD-Display und eine AMD FirePro W4190M. Für die Konfiguration mit einem Core i7, NVMe-SSD und IPS-FHD-Display werden etwas mehr als 2.200 Euro fällig.
Das ZBook 15u G3 hüllt sich in ein mit Magnesium verstärktes Gehäuse, welches sich trotz dem geringen Gewicht von nur 2,166 kg komfortabel und zugleich recht stabil anfühlt. Es erscheint nicht ganz so robust wie beispielsweise ein Apple MacBook oder ein Dell Precision, aber die Baseunit lässt sich trotzdem kaum eindrücken. Der Bildschirmdeckel verwendet im äußeren Bereich eine Soft-Touch-Oberfläche, die zum einem gut aussieht, aber auch eine angenehme Haptik bietet. Im zentralen Bereich kommt schickes und unauffälliges Aluminium zum Einsatz. Lediglich das glänzende Logo von HP passt nicht ganz zum typischerweise unauffälligen Design eines Business Notebooks.

Der Bildschirmdeckel ist zwar dünn, aber auch stabil. Verwindungsversuchen und Druck von hinten hält er gut stand. Die Scharniere sind leichtgängig genug, um den Bildschirm auch mit einer Hand zu öffnen, aber stramm genug, um ein Nachwippen beim Tippen und Berühren zu verhindern.
Im Großen und Ganzen ist das Design funktional und zugleich ansprechend. Ein Problem ist jedoch die recht scharfe Kante an der Handballenauflage. Das Metall in diesem Bereich passt zwar gut zum restlichen Design und fühlt sich auch gut an, könnte aber von einer Abrundung oder Abschrägung profitieren. Das Precision 5510 von Dell findet beispielsweise einen guten Kompromiss aus einer dünnen Metallkonstruktion und einer Soft-Touch-Oberfläche auf der Oberseite der Baseunit.

Nichtsdestotrotz hat HP hier einen guten Job gemacht, denn das ZBook 15u G3 ist gleichermaßen robust, stylisch, leicht und stabil.
Entlang der Seitenkanten des ZBook 15u G3 finden wir alle wichtigen Schnittstellen, inklusive 2x USB 3.0 und 1x USB 3.1 (Gen 1) Type-C. Ein vollwertiger DisplayPort sowie ein VGA-Ausgang passen zur Zielgruppe. Der SIM-Steckplatz und der SD-Kartenleser sind leicht zu übersehen, denn sie befinden sich unter den anderen Schnittstellen auf der rechten Seite. Für den SD-Leser gibt es sogar eine integrierte Klappe, um die Karte vor einem versehentlichen Entfernen zu schützen. Ein Docking-Anschluss ist ebenfalls vorhanden.

Die Abstände zwischen den einzelnen Anschlüssen sind ausreichend und auch die Verteilung insgesamt zufriedenstellend. Gerade in Anbetracht der dünnen Gehäusekonstruktion und der Konkurrenten ist das ZBook 15u G3 in diese Hinsicht überzeugend.

Das WLAN-Modul Intel Dual-Band Wireless-AC 8260 (2x2) erreicht Transferraten von bis zu 867 Mbit/s. Wir hatten während unseres Tests keine Probleme mit der Funkverbindung, und auch die Reichweite war überdurchschnittlich gut, insgesamt vergleichbar oder sogar besser als beim Dell Latitude E7440 und ThinkPad T450, die wir aktuell auch nutzen. Der Adapter stellt zudem Bluetooth 4.2 zur Verfügung.

Wir bekommen außerdem einen Gigabit-Ethernet-Anschluss, der bei dem dünneren Precision 5510 beispielsweise fehlt.
Das ZBook wird mit einem kompakten 65-Watt-Netzteil (318 Gramm) ausgeliefert, welches über ein ausreichend langes Kabel verfügt. Weitere Zubehörartikel befinden sich nicht in der Verpackung. Ersatzakku HP EliteBook 8730w .

Beinahe jede Komponente lässt sich von der Unterseite des Gerätes erreichen. Allerdings ist der Prozess zum Entfernen der Abdeckung, im Gegensatz zum Vorgänger, alles andere als komfortabel: 12 Schrauben müssen entfernt werden, von denen sich 11 unter verschieden großen Gummiabdeckungen befinden. Der schnellste Weg, um das Gerät zu öffnen und wieder korrekt zu schließen, ist die Anordnung der Gummipuffer entsprechend ihrer ursprünglichen Position an der Baseunit abzulegen und nach Beendigung wieder genauso aufzusetzen. Bei den Schrauben ist die Sache einfacher, denn nur eine weist eine andere Größe sowie Form auf.
Da HP selbst im Handbuch keine Hinweise seitens Wartung und Aufrüsten des Gerätes gibt, liegt der Verdacht nahe dass das Gerät nicht für Eingriffe durch den User konzipiert ist. Auch die Garantie könnte durch unsachgemäßes Öffnen gefährdet sein.

Nachdem diese Herausforderung bewältigt ist, sind alle wichtigen Komponenten ohne Umwege zugänglich: WLAN- und WWAM-Karte, beide RAM-Steckplätze, die M.2-SSD, die 2,5-Zoll-HDD (falls vorhanden), die BIOS-Batterie, der interne Akku und die Kühlung samt Lüfter.

HP gewährt für das ZBook 15u G3 eine dreijährige Garantie samt Vor-Ort-Service. Dieser Umfang ist bei hochwertigen Business Notebooks üblich.
Unserer Meinung nach ist die Tastatur des ZBook 15u G3 insgesamt sehr gut. Die Tasten bieten einen mittellangen Hub und ausreichend Feedback, ganz ähnlich zur Eingabe des Dell Precision 5510. Zum Auslösen wird nicht viel Kraft benötigt, womit man auch längere Texte komfortabel verfassen kann. Bei dem Wechsel von einer traditionellen Tastatur benötigt man jedoch eine gewisse Eingewöhnungszeit. Das Anschlaggeräusch ist recht leise, und die Oberfläche, welche dem Gefühl nach aus Carbon besteht, ist glatt und unempfindlich. Wir hatten auch keine großen Probleme mit Fingerabdrücken. Unser einziger Kritikpunkt bezieht sich auf die kleinen, vertikalen Pfeiltasten, denn aufgrund der halben Größe sind sie recht schwierig zu treffen.

Die Tastatur verfügt über eine Hintergrundbeleuchtung und ist daher stets gut zu erkennen. Auf der rechten Seite gibt es zudem einen vollwertigen Nummernblock, was bei der Eingabe von vielen Zahlenreihen definitiv ein Vorteil ist.

Das Touchpad von Synaptics ist groß und reaktionsfreudig. Auch die Präzision des Mausersatzes liegt auf einem guten Niveau. Dank der glatten Oberfläche gleiten die Finger problemlos über die Oberfläche, auch Multitouch-Gesten lassen sich leicht ausführen. Die beiden Tasten (und die beiden für den Trackpoint über dem Touchpad) sind etwas wackelig und klappern bei der ersten Berührung. Dennoch sind sie recht leise und beim Betätigen produzieren sie ein weiches und zufriedenstellendes Klickgeräusch.

Unser Testmodell ist mit einem Touchscreen ausgestattet. Die glatte und spiegelnde Oberfläche zieht schnell Fingerabdrücke an, die Touch-Eingaben selbst sind jedoch präzise.

Für das HP ZBook 15u G3 stehen verschiedene Displays zur Auswahl. Dazu gehören drei 1080p-Bildschirme – ein normaler TN-LED-Display (Anti-Glare), ein IPS-Panel mit Panel Self-Refresh (Anti-Glare) und ein Touch-Panel mit spiegelnder Oberfläche – sowie ein mattes High-End-4K-IPS-Display (3.840 x 2.160 Pixel) als teuerste Option. Unser Testgerät nutzt den 1080p-Touchscreen (1.290 x 1.080 Pixel), bei dem es sich leider nur um ein gewöhnliches TN-LED-Panel handelt. Wie bei fast allen Touchscreens ist die Oberfläche spiegelnd. Subjektiv geht die Farbdarstellung gerade noch in Ordnung, aber der Kontrast leidet unter dem hohen Schwarzwert. Zumindest ist die Helligkeit ziemlich hoch.

Zudem hatten wir die Möglichkeit das alternative FHD IPS Display zu vermessen. Während die Displayhelligkeit rund 10% über der TN-Variante liegt, konnte dieses Display mit hohem Kontrast, besserer Farbdarstellung und höherer Farbraumabdeckung punkten. 
Unsere Messungen bestätigen die Vermutungen: Die Helligkeit ist mit 283,8 cd/m² ausreichend hoch, und dank der Ausleuchtung von 89 % ergibt sich ein sehr gleichmäßiges Bild. Der geringe Kontrast von lediglich 351:1 (wegen des hohen Schwarzwerts von 0,849 cd/m²) erzeugt jedoch einen recht ausgewaschenen Eindruck. Das ZBook 15 G2 schneidet hier besser ab (etwas heller, deutlich besserer Kontrast), und sowohl gegen das ThinkPad W550s als auch das Dell Precision 5510 hat das HP keine Chance (360 cd/m² und 391 cd/m²; 667:1 und 978:1). Zudem konnten wir PWM erkennen, wenn wir nicht die maximale Helligkeit genutzt haben.

Die Farbraumabdeckung ist gerade noch ausreichend. Die sRGB-Abdeckung liegt bei 80 %, womit das ZBook deutlich hinter die Konkurrenten zurückfällt. Der Wert ist beim AdobeRGB-Farbraum mit 51 % dementsprechend gering. Zum Vergleich: Das ZBook 15 G2 erreicht fast 64 %, das W550s 56 % und das Dell Precision 5510 sehr gute 96 %.
Unsere Messungen mit der Software CalMAN 5 zeigen im Werkszustand eine durchschnittliche DeltaE-2000-Abweichung von 8,68 für die Farben und 9,3 für die Graustufen. Für eine professionelle Workstation sind das sehr hohe Werte. Die Konkurrenz bleibt hier fast durchgehend unter 5, lediglich das ZBook 15 G2 hat einen kleinen Ausreißer bei den Graustufen (5,94). Auch die Farbtemperatur is mit 10.585 K deutlich zu kühl, zumindest fällt der Gamma-Wert gut aus (2,27).
Unser zweites Display im Test (FHD IPS) zeigt bei der Farbdarstellung nicht nur im Auslieferungszustand bessere Werte, es lässt sich auch noch genauer kalibrieren als die FHD TN Variante.
Im Freien hat unsere Touchscreen-Konfiguration aufgrund der spiegelnden Bildschirmoberfläche ziemliche Probleme. Einige Konkurrenten mit Touchscreens (z. B. Lenovo ThinkPad) haben matte Oberflächen. Optional stehen für das ZBook 15u G3 entspiegelte Displays zur Verfügung, die sich in dieser Hinsicht deutlich besser schlagen sollten. Auch von den Blickwinkeln werden wir enttäuscht, denn bei Verschiebungen wirkt das Bild schnell ausgewaschen, und es kommt zu Farbinvertierungen. Auch hier dürften die optionalen Bildschirme (von denen zwei die IPS-Technologie nutzen) besser abschneiden.
Das HP ZBook 15u G3 kann mit verschiedenen Prozessoren ausgestattet werden, angefangen bei dem "kleinen" Core i5-6200U bis zu dem schnellen Core i7-6600U. Letzterer befindet sich auch in unserem Testgerät, und selbst wenn es sich um den schnellsten ULV-Chip der aktuellen Skylake Generation mit 15 Watt handelt, kann er es natürlich nicht mit den Quad-Cores im Dell Precision 5510 aufnehmen. Für viele Nutzer dürfte die Leistung aber dennoch ausreichen, vor allem in Verbindung mit der dedizierten Grafikkarte AMD FirePro W4190M und 16 GB DDR4-Arbeitsspeicher.

Auch im Akkubetrieb steht die volle Leistung des HP ZBook 15u G3 zur Verfügung. Das ist bei mobilen Workstations keine Selbstverständlichkeit, denn oftmals kann der Akku den Energiebedarf unter Last nicht abdecken. Wir haben sowohl 3DMark 11 als auch SPECviewperf 12 im Akkubetrieb durchgeführt, die Ergebnisse waren aber praktisch identisch.
Bei dem Prozessor in unserem ZBook 15u G3 handelt es sich um den Intel Core i7-6600U. Dieser ULV-Dual-Core-Prozessor basiert auf der Skylake Architektur und hat eine spezifizierte TDP von 15 Watt – traditionell eher ein No-Go für eine mobile Workstation, zumal es sich nicht um einen Quad-Core handelt. Ob das ein Problem ist, werden wir in den Benchmarks sehen.

Der Core i7-6600U hat einen Basistakt von 2,6 GHz, via Turbo Boost sind aber maximal 3,4 GHz (ein Kern) bzw. 3,2 GHz (zwei Kerne) möglich. Wir haben bereits viele Benchmark-Ergebnisse für diesen Prozessor in unserer Datenbank. Für alltägliche Aufgaben reicht die Leistung sicherlich aus, gerade bei einer professionellen Workstation sollte man sich aber über die Einschränkungen eines Dual-Core-Prozessors im Klaren sein.Ersatzakku HP Pavilion dv6700 .

Im Vergleich zu anderen Notebooks mit diesem Prozessor landet das ZBook 15u normalerweise im Mittelfeld. Etwas schneller sind in der Regel das ThinkPad T460s und das Surface Book, während das ThinkPad T560 und das Elitebook 840 G3 etwas schlechter abschneiden. Sehr weit auseinander sind die Ergebnisse mit 4-5 % in beide Richtungen jedoch nicht.

Im Vergleich mit Quad-Core basierten Workstations wird das 15u G3 aber erwartungsgemäß geschlagen. Das Dell Precision 5510 ist an der Spitze und liegt im Cinebench R11.5 Multi 116 % und im Cinebench R15 Multi 122 % vor dem ZBook (3,67 bzw. 330 Punkte). Selbst das ältere ZBook 15 G2 mit dem Haswell Core i7-4910MQ ist in diesen Benchmarks beinahe doppelt so schnell (92 bzw. 97 %). Bei der Belastung von nur einem Kern schmilzt der Vorsprung jedoch, denn hier spielen die zusätzlichen Kerne keine Rolle. In diesem Fall schlägt sich das HP ZBook 15u G3 sehr gut.
Bei der Systemleistung kommt es jedoch nicht nur auf den Prozessor an, und bei der generellen Systemleistung hat das ZBook 15u G3 hier keinen Nachteil gegenüber den Konkurrenten. Subjektiv ist das System in der Tat überaus flüssig, und alltägliche Aufgaben, inklusive Installationen und dem Start von Windows, werden sehr schnell ausgeführt.

Die Ergebnisse in PCMark 7 und 8 liegen fast exakt auf dem Niveau des Dell Precision 5510 und oberhalb des ThinkPad W550s. Interessanterweise liegt das HP ZBook 15 G2 hier an der Spitze und kann sich mit 6-17 Prozent gegenüber den Vergleichsgeräten behaupten. Insgesamt sind jedoch alle Geräte sehr schnell.
Es gibt verschiedene Festplatten für das ZBook 15u G3, angefangen bei konventionellen 2,5-Zoll-Modellen (entweder 500 GB oder 1 TB, 5.400 und 7.200 U/Min) über M.2-SSDs (128 GB oder 256 GB) bis hin zu schnellen NVMe-SSDs (256 GB oder 512 GB). HPs Bezeichnung für die NVMe-Modelle ist "HP Z Turbo Drive", was aber nur eine Marketing-Bezeichnung für eine "PCIe-NVMe-SSD" ist. Wie bei vielen anderen NVMe-Lösungen hatten wir zunächst Probleme mit langsamen 4K-Schreibgeschwindigkeiten. Das änderte sich erst, nachdem wir den Samsung Pro NVMe-Treiber heruntergeladen haben, danach lief alles wie erwartet.

Der M.2/PCIe-NVMe-Steckplatz und der konventionelle 2,5-Zoll-Einschub können gleichzeitig genutzt werden. Das ZBook 15u G3 mit einer weiteren Festplatte auszurüsten ist also kein Problem (zumindest falls man es schafft, die Gummiabdeckungen wieder richtig anzubringen). Für die SATA-Festplatte werden keine speziellen Kabel benötigt, das Laufwerk kann also einfach eingebaut werden. Lediglich die Halterung zur Sicherung des Laufwerks fehlt – falls man also plant, eine konventionelle Festplatte im HP ZBook zu betrieben, sollte man lieber direkt eine Konfiguration mit solch einer Festplatte kaufen und dann einfach nachträglich eine NVMe-SSDs einbauen. Das Betriebssystem lässt sich mit verschiedenen Tools überspielen (z. B. Samsung Migration Tool, Paragon Migrate OS to SSD, Acronis True Image HD usw.).

Unser Testgerät verwendet die extrem schnelle NVMe-SSD Samsung MZVPV256 mit einer Kapazität von 256 GB. In dieser Disziplin kann sich das ZBook dadurch an die Spitze setzen. Mit astronomischen 3.583 Punkten in AS SSD zerschmettert es die Konkurrenten ZBook 15 G2 (806), Precision 5510 (972) und ThinkPad W550s (977) geradezu. Diese Leistung passt sehr gut zur einer Workstation. Zwar werden viele Nutzer keine großen Vorteile gegenüber einer normalen SSD bemerken, aber dennoch handelt es sich um ein Highlight des ZBook 15u G3.
Die Leistung einer Workstation wird oftmals über die Grafikkarte definiert. Unser ZBook 15u G3 nutzt die AMD FirePro W4190M mit 2 GB GDDR5-VRAM. Diese GPU basiert auf der Opal Architektur, unterstützt DirectX 12 und wird in 28 nm gefertigt. Im Gegensatz zu fast allen anderen mobilen Workstations, die wir bisher getestet haben, stehen für das ZBook 15u G3 keine anderen Grafikkarten zur Verfügung, die W4190M muss also ausreichen.

Es handelt sich sogar um das erste Notebook, dass wir mit dieser Grafikkarte testen können. Natürlich stellt sie eine deutliche Verbesserung gegenüber den aktuellen integrierten Chips dar, kann aber nicht mit den konkurrierenden Modellen mithalten. Die Nvidia Quadro M1000M im Precision 5510 ist in vielen Workstation Benchmarks fast doppelt so schnell, und selbst die FirePro M5100 im HP ZBook 15 G2 liegt durchschnittlich 25 % vorne.
Bei den Gaming Benchmarks geht es zwar um einen anderen Leistungsbereich (DirectX), aber dennoch sind die Ergebnisse interessant. Mit lediglich 1.517 Punkten im 3DMark Fire Strike Test (Standard) liegt das ZBook 15u G3 deutlich hinter dem HP ZBook 15 G2 mit der FirePro M5100 (49 % schneller) sowie dem Precision M5510 mit der Nvidia Quadro M1000M (120 % schneller). Dennoch kann die Leistung der integrierten Grafikkarte verdoppelt werden, das Upgrade lohnt sich also schon.
Bei der Geräuschentwicklung kann das ZBook 15u viele Punkte sammeln. Im Leerlauf ist es mit 29,8 dB(A) praktisch lautlos, und selbst die 43,2 dB(A) unter Last sind nicht wirklich störend. Das ThinkPad W550s ist insgesamt noch etwas leiser, während das Dell Precision M5510 unter Last deutlicher hörbar ist. Die genauen Messwerte sind in der nachfolgenden Tabelle aufgelistet.
Besonders interessiert uns bei mobilen Workstations auch das Verhalten, sobald wir die CPU oder die GPU (oder beide zusammen) belasten. Für die maximale Auslastung des Systems nutzen wir unseren Stresstest mit den Tools Prime95 und FurMark.

Bei voller CPU-Auslastung mit Prime95 stabilisiert sich die CPU schnell bei 2,8 bis 2,9 GHz pro Kern, und damit 0,3 GHz unter der maximalen Turbo-Frequenz. Es ist enttäuschend, wenn eine mobile Workstation wie das ZBook die volle Leistung nicht auf Dauer aufrechterhalten kann. Die Limitierung ist dabei nicht temperatur- (wir messen maximal 61 °C für die CPU), sondern TDP-bedingt.

Bei der Auslastung der GPU variiert der Takt zwischen 675 MHz und 800 MHz. Beide Werte liegen erneut unterhalb des maximalen Turbos (900 MHz). Auch in diesem Fall ist nicht die Temperatur das Problem, denn wir messen lediglich 73 °C.

Kombinierte Auslastung für beide Komponenten hat keine großen Auswirkungen auf die Leistung, allerdings springt die GPU nicht mehr auf 800 MHz und bleibt stabil bei 675 MHz. Auch der Prozessor bleibt in der Regel bei 2,8 GHz. Die Temperaturen können bis zu 87 °C erreichen, durch temporäres Throttling und höhere Lüfterdrehzahlen werden aber wieder 80 °C erreicht.
Oberhalb der Tastatur des ZBook 15u befindet sich eine sehr große Lautsprecherabdeckung, aber trotz der Bang & Olufsen Software ist die Klangqualität nur mittelprächtig. Die maximale Lautstärke ist gering, und die tiefen Frequenzen sind unabhängig vom ausgewählten Profil kaum vorhanden. Allerdings sind Workstations auch nicht gerade für gute Lautsprecher bekannt, vor allem nicht bei dünnen und leichten Modellen. Die Konkurrenz schlägt sich hier ebenfalls nicht viel besser.
Ein wichtiger Aspekt beim ZBook 15u ist natürlich der Stromverbrauch, der im Vergleich zu den größeren Modellen deutlich geringer ausfällt. Minimal messen wir nur 4,29 Watt und durchschnittlich rund 8 Watt. Das ist das geringste Ergebnis im Vergleich. Lediglich das ThinkPad W550s ist mit 4 und 9,6 Watt etwa auf Augenhöhe, doch der durchschnittliche Idle-Verbrauch ist 21 % höher als beim ZBook. Der Abstand wird deutlich größer, wenn wir uns das Precision 5510 und das ZBook 15 G2 ansehen. Das Precision verbraucht im Leerlauf durchschnittlich rund doppelt so viel Energie (105 % mehr) und das ZBook 15 G2 177 % mehr. Unter Last (wo wir durchschnittlich 43,3 Watt messen) sind die Unterschiede nicht ganz so dramatisch, und beide Konkurrenten benötigen etwa doppelt so viel Strom (Precision: 82,6 Watt, 91 % mehr; ZBook 15 G2: 86,6 Watt, 100 % mehr).

Der Mehrverbrauch des Precision im Leerlauf liegt teilweise sicherlich auch an dem Bildschirm, denn der IGZO-UHD-Screen benötigt mehr Strom. Das qualitative schlechtere (und deutlich sparsamere) Display des ZBook 15u G3 muss hier auf jeden Fall berücksichtigt werden. Rund 4,3 Watt des Leerlaufverbrauchs gehen beim Precision allein auf das Konto des IGZO-Bildschirms.
Die Akkulaufzeiten sind bei vielen Workstations kein besonders wichtiges Thema, denn in der Regel kommt es eher auf die Leistung an. Mit dem Trend zu immer effizienteren Komponenten und der Grafikumschaltung hat sich das jedoch ein wenig geändert. Aber selbst mit dem geringen Stromverbrauch kann sich das ZBook 15u G3 in der Praxis nur minimal von den Konkurrenten absetzen.

Im Leerlauf hält das ZBook 12 Stunden und 36 Minuten durch, was sicherlich ein gutes Ergebnis für eine mobile Workstation ist, wirklich aussagekräftig ist es jedoch nicht. Unter Last ist nach 2 Stunden und 21 Minuten Schluss – überraschend, vor allem angesichts der vollen Leistung im Akkubetrieb.

Unser praxisnaher WLAN-Test v1.3 ermittelt eine optimistische Laufzeit von 5 Stunden und 12 Minuten. Damit kann man das ZBook 15u G3 auch abseits des typischen Workstation-Szenarios gut verwenden. Allerdings liegt das Testgerät damit auch nur 8 % vor dem Dell Precision M5510 und 11 % vor dem ZBook 15 G2, die Unterschiede sind also nicht groß. Der große Gewinner in diesem Kapitel ist das Lenovo ThinkPad W550s dank der beiden Akkus mit einer massiven Gesamtkapazität von 116 Wh. Damit erreicht das W550s unglaubliche 11 Stunden und 55 Minuten im gleichen Test, und es wiegt dabei gerade einmal 11 % mehr als das ZBook, wobei das Mehrgewicht allein auf die Akkus zurückzuführen ist.
Vor rund einem Jahr erhielt das größere HP ZBook 15 G2 eine sehr gute Bewertung von 89 %. Gründe dafür waren die erstklassige Verarbeitung, Wartungs- und Upgrade-Möglichkeiten, die Eingabegeräte, die Displayqualität und die Leistung. Ein Jahr später hinterlässt das rund 30 % leichtere ZBook 15u G3 allerdings mehr Fragen als Antworten. Sicherlich gibt es hier viele positive Aspekte, wie beispielsweise das leichte und doch stabile Gehäuse, die gute Anschlussausstattung, die Festplatten-Optionen (samt NVMe-SSD), die geringen Emissionen und die ordentlichen Akkulaufzeiten.

Allerdings muss man Kompromisse eingehen, und die könnten für manche Anwender zu groß sein, besonders, wenn man eine große und kompromisslose Workstation wie das ZBook 15 G2 gewöhnt ist. Vor allem der Dual-Core-Prozessor und die AMD FirePro W4190M haben es schwer, gegen die stärkeren Quad-Cores und schnelleren GPUs zu bestehen. Diese findet man beispielsweise in dem zuvor genannten ZBook 15 G2, aber auch in vergleichsweise deutlich mobileren Geräten wie dem Dell Precision 5510. Aber nicht nur das, wir konnten noch nicht einmal das volle Turbo-Potenzial der CPU oder GPU ausnutzen, egal ob wir sie individuell oder gemeinsam genutzt haben. Unsere US-Testkonfiguration muss sich zudem mit einem minderwertigen 1080p-Display herumschlagen (geringer Kontrast und ungenaue Farben). Für einige Nutzer ist dieser Punkt vielleicht nicht entscheidend, gegenüber dem ZBook 15 G2 ist es aber dennoch ein signifikanter Rückschritt. Zumindest gibt es andere Konfigurationen, mit denen man dieses Problem lösen kann. Ersatzakku HP Pavilion dv6 .

Die dünne Konstruktion des ZBook 15u G3 erfordert Kompromisse, die vor allem für Nutzer von vollwertigen Workstations wie dem ZBook 15 G2 nur schwer zu akzeptieren sind.

Für gewisse Einsatzbedingungen kann das HP ZBook 15u G3 dennoch Sinn machen. Angesichts der Komponenten ist das Gerät vergleichsweise günstig (Testgerät rund 1.350 US-Dollar) und beinhaltet bereits eine dreijährige Garantie samt Vor-Ort-Service. Zudem benötigt nicht jeder eine Quad-Core-CPU or eine High-End-GPU im Notebook. Einige Nutzer werden vermutlich auch auf ein besseres Display verzichten, um den Kaufpreis gering zu halten. Vor allem für preisbewusste Käufer ist das ZBook 15u G3 daher interessant, denn es ist eines der wenigen Geräte zwischen einem Ultrabook und einer traditionellen Workstation, ohne dabei zu sehr in eine Richtung zu tendieren oder den Preis außer Acht zu lassen. Falls der Kaufpreis allerdings keine Rolle spielt, fällt es schwer, das ZBook 15u gegenüber dem Dell Precision 5510 zu empfehlen.