Als eine der ersten Redaktionen hatten wir die Gelegenheit, das kommende GX800 ausführlich unter die Lupe zu nehmen. Asus erhöht im Vergleich zum GX700 nicht nur die Performance und die Abmessungen, sondern verpasst dem Gerät auch ein 4K-Display mit G-Sync-Unterstützung. Hält das Kühlsystem den Anforderungen stand? Unsere Preview klärt erste Fragen.
Asus GX700 trifft MSI GT80: So könnte man das brandneue GX800 in einem Satz zusammenfassen. Während die externe Wasserkühlung (Hydro Overclocking System) beibehalten wurde, ist das Chassis von 17 auf 18 Zoll gewachsen, was Platz für eine Dual-GPU-Lösung schafft. Um nicht hinter MSI zurückzufallen und den exorbitanten Preis zu rechtfertigen, verbaut Asus die stärksten Notebook-GPUs auf dem Markt. Da Nvidias Pascal-Generation noch etwas Zeit benötigt, musste unser Testgerät mit zwei Maxwell-Chips, genauer gesagt der GTX 980 SLI vorliebnehmen (für Käufer gibt es die Top-Next-Gen-GPUs). Entsprechend sind die Benchmark-Ergebnisse und die Emissions- bzw. Energiewerte des Artikels nicht repräsentativ.

Eine weitere Abweichung betrifft das Display. Im Gegensatz zum Prototypen soll die finale Version kein FHD-, sondern ein UHD-Panel mit G-Sync-Support enthalten (angeblich das erste 18-Zoll-Modell weltweit). Aufgrund des sehr frühen Status werden wir bestimmte Kategorien nicht beurteilen. An folgenden Bereichen schraubt Asus bis zur Veröffentlichung noch:
Das Design richtet sich über weite Strecken nach dem 17-Zoll-Bruder GX700. Asus verwendet erneut eine Mischung aus Metall (Deckel) und Kunststoff (zum Teil gummiert), die qualitativ an den Hauptkonkurrenten von MSI, das GT80S, heranreicht. Durch das größere Display und die doppelte Grafikpower ist das Gehäuse allerdings wuchtiger und schwerer als beim GX700.

So sind es statt 3,9 jetzt 5,69 Kilogramm – knapp 50 % mehr. Mit Wasserkühlung (4,7 kg) erreicht das System über 10 Kilo. Wenn man noch die beiden Netzteile (jeweils 1.280 Gramm) dazurechnet, ergibt sich ein Gesamtgewicht von 13 Kilogramm. Das MSI GT80S, welches bei identischer Hardware ohne Wakü und mit einem Netzteil auskommt, wiegt inklusive Stromversorgung »nur« 6,3 Kilogramm.
Doch egal, ob GX800 oder GT80S: Zum häufigen Transport sind die Notebooks kaum geeignet. Beide Geräte zielen vor allem auf Nutzer, die ein stationäres System, aber keinen dicken Tower-PC möchten. Ansonsten macht das Chassis eine überaus gute Figur. Neben der Optik hat uns auch die Robustheit gefallen. Infos zur Wasserkühlung erhalten Sie im Test des GX700. Letztere bietet immer noch die selben Stärken (Kühlleistung) und Schwächen (Platzbedarf), wenngleich Asus laut eigenen Aussagen mehrere Optimierungen vorgenommen hat. Zum Beispiel wird nun auch die CPU und nicht mehr nur die GPU gekühlt. Akku Lenovo IdeaPad Y580 .

Analog zum GX700 fällt die Anschlussausstattung üppig aus. Respekt gibt es unter anderem für die Bildausgänge. Dank HDMI 2.0, DisplayPort 1.4 und Thunderbolt 3.0 lassen sich alle möglichen Displays anschließen und mit 3.840 x 2.160 Pixeln in 60 Hz betreiben. Drei USB-3.0-Ports und zwei USB-3.1-Ports vom Typ C verdienen ebenfalls Lob. Da die Rückseite für die Wasserkühlung reserviert ist, musste Asus die Schnittstellen notgedrungen auf beide Seiten verteilen. Immerhin finden sich die meisten Anschlüsse jetzt links und nicht mehr rechts, was für einen Großteil der Käufer besser ist (Stichwort Mauseinsatz).

Der Cardreader erreicht eine sehr hohe Performance. Knapp 228 MB/Sek beim sequentiellen Lesen und 159 MB/Sek beim Übertragen von 250 jpg-Bildern sind überdurchschnittlich und orientieren sich am Schenker XMG U726.
Für die Kommunikation ist ein Gigabit-Ethernet-Controller und ein topmodernes Funkmodul zuständig. Asus verspricht WLAN 802.11 a/b/g/n/ac (2x 2 Antennen) und Bluetooth 4.1. Unser Testgerät war mit Intels Wireless-AC 8260 bestückt. Außen am Gehäuse wartet übrigens ein WiFi-Antennen-Anschluss.

Die Software hat viel Potenzial. Per Gaming Center lassen sich nicht nur diverse Systemeinstellungen vornehmen und die Komponenten überwachen, sondern auch der Prozessor, die Grafikkarte und der Arbeitsspeicher übertakten. Während der Core i7-6820HK normalerweise auf bis zu 3,6 GHz kommt, erhöht das Turbo-Gear-Setting »Extreme« (beim Windowsstart automatisch aktiv) den CPU-Wert auf maximal 4,4 GHz, was umgerechnet +22 % sind.

Das Overlcocking der GPU ist ebenfalls nicht von schlechten Eltern. Im Falle der GTX 980 sorgt der Extreme-Modus für maximal 1.328 statt 1.190 MHz beim Kern (+12 %) und 3.700 statt 3.500 MHz beim Videospeicher (+6 %). Da MSI im GT80S nur die CPU übertaktet, liegt das GX800 – je nach Game respektive Benchmark – teils deutlich vorn. Hinzu kommt eine OC-Möglichkeit des DDR4-RAMs (2.800 statt 2.400 MHz). Akku Lenovo 3000 N200 .

Abgerundet wird das Gaming Center von einer manuellen Lüftersteuerung für Wakü und Notebook. Unsere Tests basieren auf dem Setting »Auto«. Turbo Gear wurde im Idle auf »Standard« und im 3D-Betrieb auf »Extreme« gestellt. Ohne Wakü läuft der Videospeicher – das GX700 lässt grüßen – nur mit dem Taktlevel einer GTX 980M (2.500 MHz).
Die Wartung ist leider immer noch kompliziert (siehe Text beim GX700). Der Hersteller verzichtet erneut auf eine Klappe, so dass man den kompletten Boden entfernen muss, um an den Akku, das Kühlsystem, den Massenspeicher und die RAM-Bänke zu gelangen. 
Trotz »work-in-progress« machen die Eingabegeräte einen vielversprechenden Eindruck. Asus nimmt das GT80S als Vorbild und integriert ein mechanisches Keyboard, dessen Tasten allerdings wesentlich flacher sind, wodurch die Tastatur weiter oben platziert werden kann (bessere Ergonomie) und noch Raum für ein klassisches Touchpad vorhanden ist. Weitere Highlights sind die abgesetzten Richtungspfeile, der dedizierte Makro-Bereich und die stylishe Beleuchtung. Im Vergleich zu einem Standard-Keyboard fühlen sich Eingaben knackiger und präziser an (zulasten des Tippgeräuschs). Beim Touchpad wären das glatte Finish und die Dimensionierung positiv hervorzuheben.
Wie eingangs angesprochen, wird das finale GX800 mit einem UHD-IPS-Panel auftrumpfen können. Nvidias G-Sync-Technik ist ebenfalls an Bord. Letztere verhindert Zeilenverschiebungen und garantiert eine flüssige Darstellung. Der Protoyp hatte nur ein FHD-Display ohne G-Sync, weswegen wir keine Messungen durchführen.

Selbst ohne die Next-Gen-GPUs des Seriengeräts ist das Asus GX800 das aktuell stärkste Desktop-Replacement. Einen High-End-Quadcore bieten zwar fast alle Gaming-Notebooks, mit der Leistung der Grafikchips kann es jedoch keiner der Konkurrenten aufnehmen. Der Speicherausbau ist ebenfalls referenzwürdig: 64 GByte DDR4-RAM sollten für die kommenden Jahre locker reichen. Als i-Tüpfelchen stecken unter der Haube noch drei NVMe-SSDs, die zusammen ein RAID-0-Gespann bilden.
Beim Prozessor greift Asus auf den Core i7-6820HK aus Intels Skylake-Generation zurück. Das Vierkern-Modell besitzt eine TDP von 45 Watt und wird im 14-nm-Verfahren hergestellt. Die Menge des L3-Caches liegt mit 8 MByte etwas über dem Niveau des erfolgreichen Core i7-6700HQ, der nur 6 MByte enthält.
Die Taktraten hängen wie gesagt vom Turbo-Gear-Setting ab. Ohne zusätzliches Overclocking ist spätestens bei 3,6 GHz Schluss. Im Extreme-Modus sind derweil über 4 GHz möglich. Auf eine Analyse des Taktverhaltens per Cinebench verzichten wir noch, weil laut Asus der Wasserblock bzw. dessen Kontakt zur CPU nicht final ist. Gleiches gilt weiter unten für die Temperaturen.

Nichts zu verbessern gibt es bei der Systemleistung. 8.047 Punkte im PCMark 7 sind das höchste Resultat, das wir jemals ermittelt haben (Desktop-PCs eingeschlossen). Hauptursache für das tolle Abschneiden ist der RAID-Verbund aus mehreren M.2-SSDs. Akku Lenovo G560 .
Womit wir beim nächsten Thema angelangt wären: dem Massenspeicher. Asus geht hier keine Kompromisse ein und setzt auf gleich drei NVMe-SSDs von Samsung (SM951), die jeweils 512 GByte fassen. Sowohl im AS SSD Benchmark als auch im CrystalDiskMark ergattert das GX800 häufig die Performance-Krone. Knapp 3.000 MB/Sek beim sequentiellem Lesen und 2.400-2.600 MB/Sek beim sequentiellen Schreiben sind ein herausragender Wert. Kleine Dateien packen die Solid State Drive auch flott, so dass Windows ungemein schnell reagiert (Bootvorgang, Ladezeiten, ...).
Obwohl es eigentlich wenig Sinn macht, Grafikkarten zu testen, die in dieser Form nicht mit dem Serienprodukt übereinstimmen, haben wir jede Menge Benchmarks zur GTX 980 SLI durchgeführt. Einmal, um fehlende Titel in unserer Spieleliste zu ergänzen. Und andererseits, damit wir nach dem Erscheinen der Pascal-Architektur die Energieeffizienz und die Leistungssteigerung besser beurteilen können.

Doch zurück zum Presample: Die GeForce GTX 980 ist – SLI hin oder eher – die kräftigste Notebook-GPU zum Zeitpunkt des Artikels. Das Topmodell aus dem Hause Nvidia basiert auf der inzwischen leicht betagten Maxwell-Architektur, die noch im 28- statt im 16-nm-Prozess entsteht. Mit 2.048 CUDA Cores verfügt sie über deutlich mehr Shader-Einheiten als die günstigeren Brüder GTX 980M (1.536) und GTX 970M (1.280), was große Auswirkungen auf die Performance hat. Beim Speicherausbau (8 GB GDDR5) und beim Speicherinterface (256 Bit) gibt es ebenfalls nichts zu meckern.
Klasse: Im Extreme-Modus läuft die GTX 980 am Limit. Wie unsere Benchmarks zeigen, profitiert der 18-Zöller stark vom Overclocking. Der 3DMark 13 und der 3DMark 11 sehen das GX800 zwischen 10 und 20 % vor dem MSI GT80S. Wenn Asus das Turbo-Gear-System beibehält, dürfte der Abstand auch ungefähr für die Pascal-Versionen der beiden Laptops gelten (außer MSI entscheidet sich beim GT80-Nachfolger ebenfalls für eine Übertaktung der Grafikkarte.

Noch ein paar Worte zu SLI: Dual-GPU-Notebooks bieten zwar eine höhere Leistung als Single-Chip-Lösungen, allerdings gibt es auch mehrere Nachteile. Angefangen beim Energieverbrauch über den Kühlbedarf bis hin zur Treiberabhängigkeit. Um bei aktuellen Games nicht ausgebremst zu werden, sollte man den Treiber regelmäßig aktualisieren (für die Spieletests ersetzten wir die vorinstallierte ForceWare 362.34 durch die brandneue Version 368.39). Von Mikrorucklern bleibt das Desktop-Replacement meist verschont, da die Framerate – selbst bei maximalen Details und 4K-Auflösung – nur selten unter 50 fps rutscht.
Mit Ausnahme von schwächeren Settings, in denen das GX800 hin und wieder am CPU-Limit kratzt, sorgt SLI für einen gewaltigen Performance-Schub. Wenn man die Ergebnisse aus den FHD- und den 4K-Benchmarks (Grafikoptionen auf Ultra bzw. High) zusammennimmt, rennt das Dual-GPU-System 60 % an einer Single-GTX-980 vorbei. Sogar Nvidias Desktop-Primus, die GTX 1080, muss sich 10 % geschlagen geben. Umso spannender, wie das finale Produkt mit Pascal performen wird. Der 18-Zöller gehört jedenfalls zu den wenigen Geräten, dem wir ein »4K-Siegel« verleihen würden. Bis auf XCOM 2 liefen alle getesteten Spiele mit 3.840 x 2.160 Pixeln und hohen Details flüssig.
Aufgrund der unfertigen Lüftersteuerung machte es keinen Sinn, die Geräuschkulisse des GX800 zu ermitteln. Subjektiv war der 18-Zöller ähnlich laut wie das MSI GT80S. Das Serienprodukt soll – je nach Last – deutlich leiser als der Prototyp sein. Akku Lenovo ThinkPad X300 .

Asus hat uns gebeten die Temperaturentwicklung nicht im Detail zu erfassen, weil Keyboard und Handballenbereich noch eine spezielle Matte erhalten, welche die Hitze aus dem Inneren abschirmt. Die Werte des Testgeräts erinnerten an das GX700.

Auch zur Soundqualität sparen wir uns eine Einschätzung. Asus will dem GX800 zwei 34-mm-Lautprecher mit 2W und zwei 28-mm-Lautsprecher mit 3W spendieren.
Um den enormen Stromverbrauch befriedigen zu können, benötigt das GX800 gleich zwei Netzteile mit jeweils 330 Watt (1x für das Notebook und 1x für die Wasserkühlung). Dass 660 Watt nicht überzogen sind, beweisen unsere Energiewerte. Maximal 590 Watt unter Volllast und knapp 200 Watt in der ersten Szene des 3DMark 06 deuten eher auf einen Desktop-PC hin.

Wieder der Vergleich zum GT80S, dessen GPUs nicht zusätzlich übertaktet sind: Der MSI Konkurrent verbraucht mit 411 bzw. 163 Watt deutlich weniger. Im Leerlauf zieht das GX800 zwischen 58 und 74 Watt aus der Steckdose – ebenfalls mehr als beim GT80S (44-62 Watt). Wie sich Single-GPU-Notebooks schlagen, zeigt die untere Tabelle.
Asus hat mit der externen Wasserkühlung das wohl interessanteste Notebook-Konzept der letzten Jahre präsentiert. Schon das GX700 war ein sehr einzigartiges Produkt, welches durch das GX800 würdig beerbt wird.

Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Leistung und der Ausstattung. So ist nicht nur die Menge bzw. Speicherkapazität der Solid State Drives, sondern auch die Menge der GPUs gewachsen. Nach dem Motto »doppelt hält besser« werkeln unter der Haube jetzt zwei Spitzenmodelle von Nvidia, die inklusive Übertaktung bisher unerreichte Framerates erzielen und den Nutzer fit für das 4K-Zeitalter machen.

Allerdings geht der SLI-Verbund auf Kosten des Gewichts und des Stromverbrauchs, die recht happig ausfallen. Das UHD-Panel mit G-Sync-Support und die üppige Schnittstellenauswahl (USB 3.1 Typ C, Thunderbolt 3, HDMI 2.0, …) sind derweil ein großer Pluspunkt. Akku Lenovo G550 .

Am Ende des Tages liefert sich das GX800 ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Dual-GPU-Konkurrenten MSI GT80S (oder besser gesagt dessen Nachfolger), der ebenfalls seine Vor- und Nachteile besitzt, jedoch auf ein klassisches Konzept ohne Wasserkühlung vertraut.