Das Asus ZenPad 10.0 ist hardwareseitig weitgehend mit der 8-Zoll-Variante identisch, die uns bereits in Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugen konnte. Somit steht und fällt das Gesamturteil maßgeblich mit der Qualität des Hauptunterscheidungsmerkmals – dem namensgebenden, 10 Zoll großen Display.
Viel Tablet fürs Geld: Das verspricht uns Asus mit der aktuellen ZenPad-Serie. Das bereits getestete ZenPad 8.0 Z380M hat schon unter Beweis gestellt, dass man diese Ansage durchaus ernst nehmen kann. Im nun vorliegenden, zwei Zoll größeren Testkandidaten werkelt derselbe ARM-SoC mit 1,3 GHz Taktfrequenz nebst 2 GB RAM – Lowcost-Hardware also, die nichtsdestoweniger für ausreichenden Vortrieb sorgen kann.

Ebenfalls gleich geblieben: die recht geringe Displayauflösung von 1.280 x 800 Pixel, nunmehr eben auf 10 Zoll Bildschirmdiagonale verteilt – also zunächst einmal ein (theoretischer) Nachteil in Sachen Bildschärfe. Andererseits ließe sich in einem 10-Zöller aber auch ein deutlich größerer Akku unterbringen, um längere Laufzeiten herauszuholen.

Doch grau ist alle Theorie – wie sich das ca. 200 Euro teure ZenPad 10.0 Z300M in der Praxis schlägt, wollen wir im ausführlichen Test herausfinden. In einer tendenziell vergleichbaren Preis- und Leistungsklasse spielen Androiden wie das Amazon Fire HD 10, das Lenovo Yoga Tab 3 10, das Huawei MediaPad T2 10.0 Pro und das Galaxy Tab A 9.7 von Samsung. Um die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem Testkandidat und seinem kleinen Bruder zu verdeutlichen, beziehen wir zudem das ZenPad 8.0 Z380M mit ein. 
Die Designlinie der aktuellen ZenPad-Reihe kennen wir bereits aus dem Test des Z380M. Die Hülle des ZenPad 10.0 Z300M besteht aus präzise verarbeitetem, verwindungsfestem Hartplastik. Durch auffällige Elemente wie die „Textil-Textur“ der Bodenabdeckung sowie die metallische Displayumrahmung wirkt das Ganze alles andere als billig. Das Gewicht fällt mit 500 Gramm akzeptabel aus – bei beidhändiger Nutzung dürfte es keine Probleme geben, Einhandgebrauch könnte über längere Zeit hinweg jedoch etwas anstrengend werden. Akku Dell Precision M4600 .
Der SD-Cardreader scheint innerhalb der aktuellen ZenPad-Reihe identisch zu sein. Bei unserem Testkandidaten lag die gemessene Performance jedenfalls auf nahezu demselben (niedrigen) Niveau, das wir schon einmal zuvor mit unserer Referenz-SD-Karte Toshiba Exceria Pro SDXC 64 GB UHS-II messen konnten.

Immerhin ist unser ZenPad 10.0 Z300M mit 32 GB an schnellem eMMC-Speicher solide ausgestattet – 20 Euro Mehrpreis gegenüber der 16-GB-Version sind angesichts der bescheidenen Cardreader-Performance sicher gut angelegt. Im Kaufpreis inbegriffen sind auch 5 GB Web Storage bei Asus (zeitlich unbegrenzt) plus 100 GB Google-Drive-Speicherplatz (zwei Jahre lang).
Die Ausstattung mit Anschlüssen entspricht weitestgehend dem, was im unteren bis mittleren Preissegment üblich ist: Ein Micro-USB-2.0-Port (ohne USB-OTG-Support etwa zum Anschluss von USB-Sticks), ein Comboport für Mikrofon und Kopfhörer – das war’s dann auch fast.

Zudem ist ein Dockingport vorhanden, dessen Nutzen aktuell jedoch fraglich erscheint (siehe weiter unten unter „Zubehör“). Zur Wiedergabe des Bildschirminhalts auf externen Anzeigen kann MiraCast genutzt werden.
Die Softwareausstattung – Android 6.0 plus ZenUI-Oberfläche – präsentiert sich auf der Höhe der Zeit und ist 1:1 mit jener des ZenPad 8.0 identisch, weshalb wir an dieser Stelle auf den entsprechenden Test verweisen. 
Auch in diesem Bereich ergibt sich ein vertrautes Bild. Unsere Wi-Fi-only-Version des ZenPad 10.0 bietet maximal WLAN-Performance nach 802.11n und auf dem ungefähren Niveau des ZenPad 8.0.

Seine 10-Zoll-Zenpads bietet Asus auch als LTE- sowie als UMTS-Versionen (Z300CNL bzw. Z300CG) an. Die LTE-Version ist mit 32 GB Festspeicher sowie Intel Atom Z3560 CPU erhältlich, kostet gut 40 Euro mehr und verspricht damit eine gehörige Portion Mehrleistung zum überschaubaren Aufpreis. Bei der 3G-Version sieht es etwas anders aus: Sie platziert sich mit einem Intel Atom x3-C3230RK von der Leistung her zwischen unserer getesteten Variante und dem LTE-Modell. Mit nur 16 GB eMMC-Speicher verlangt Asus im hauseigenen Onlineshop aktuell allerdings dieselben 250 Euro, die auch für das LTE-Modell fällig sind.
Aufs Neue überzeugen kann uns die Leistungsfähigkeit der GPS-Einheit: Das ZenPad 10.0 Z300M ist bei Bedarf in der Lage, ein Navigationsgerät adäquat zu ersetzen.
Die beiden Kameras des getesteten ZenPad 10.0 sind hinsichtlich Auflösung, Funktionsumfang und Bildqualität mit den „Augen“ des ZenPad 8.0 Z380M identisch – näheres dazu im entsprechenden Test.
Wählen Sie eine Szene und navigieren Sie im ersten Bild. Ein Klick ändert die Zoomstufe. Ein Klick auf die vergrößerten Bilder öffnet das Original in einem neuen Fenster. Das erste Bild zeigt das skalierte Photo von dem Testgerät.
In puncto Lieferumfang wiederum das gewohnte Bild: Mehr als ein USB-Netzteil plus Kabel sowie Schnellstartanleitung und Garantiekarte finden sich nicht in der Packung. Die Standard-Garantie beträgt 12 Monate (Pickup & Return) und kann gegen Aufpreis um ein Jahr verlängert werden.Akku Dell Precision M4700 .

Das ZenPad 10.0 Z300M besitzt einen Docking-Port; aktuell jedoch scheint es dafür kein dediziertes Zubehör zu geben. Die als sinnvolle Erweiterung angepriesene Tastatur stellt keine physische Verbindung zum ZenPad her, sondern wird über Bluetooth angebunden. Ihrer Bezeichnung als „Audio Dock“ entsprechend, beinhaltet sie auch ein Paar Stereo-Lautsprecher. Kostenpunkt: rund 70 Euro. Als weitere Eingabemethode bietet sich zudem der aktive Stylus Pen an, der für gut 35 Euro im Onlineshop von Asus erhältlich ist.

Das IPS-Panel unseres Testkandidaten besitzt bei 10 Zoll Bildschirmdiagonale eine Auflösung von 1.280 x 800 Bildpunkten respektive 149 PPI. Damit wirken Displaysymbole und Schriften längst nicht mehr so scharf wie noch beim ZenPad 8.0, welches dieselbe Auflösung besitzt – eine Beleidigung für die Augen ist das Ganze aber auch noch nicht.

Ohnehin ist festzustellen, dass im Vergleichsfeld der günstigen Android-10-Zöller auch nur das Huawei MediaPad T2 über mehr Pixel verfügt; an der Displayauflösung wird im unteren Preissegment offensichtlich recht häufig gespart.
Im Großen und Ganzen liegen alle displayrelevanten Kenngrößen beim ZenPad 10.0 innerhalb des Spektrums, das von der Konkurrenz aufgespannt wird. Im Einzelnen:

Die Bildschirmhelligkeit von durchschnittlich 350 cd/m² ist mäßig; das Amazon Fire HD etwa zeigt, was auch in einem sehr günstigen Tablet an Leuchtkraft stecken kann. Die Schwankungsbreite der Displayhelligkeit liegt bei etwa 10 Prozent – in der Mitte ist sie mit 370 cd/m² am höchsten und fällt besonders zu den Ecken hin etwas ab (mit bloßem Auge ist der Effekt allerdings nicht zu erkennen).
Mit der Farbtreue nimmt es das Asus ZenPad 10.0 – übrigens ebenso wie sein kleiner Bruder – nicht sehr genau. Die Messungen mithilfe eine Colorimeters und der Software CalMAN zeigen in der Grundeinstellung "Balance" sowohl bei Graustufen als auch bei Grund und Mischfarben deutliche Abweichungen von der sRGB-Referenz. Vor allem Blautöne weisen deutliche Ausreißer auf. Die Farbtemperatur liegt indes nah am Optimum. Der Gamma-Verlauf passt auch. Der Modus "Lebendig" macht, was er verspricht – er schafft lebendigere Farben. Diese liegen allerdings noch weiter von der Referenz entfernt als im "Balance"-Modus. Asus erlaubt mit der Splendid-App aber auch eine Anpassung von Farbtemperatur, Sättigung und Zusammensetzung. So kann man sich seinem persönlichen Optimum schrittweise nähern.
Mit einem Wert von 925:1 bewegt sich der Kontrast ebenfalls eher im unteren Bereich. Zum Vergleich: Beim kleineren ZenPad maßen wir einen spitzenmäßigen Kontrast von fast 1400:1. Das führt dazu, dass Bilder auf dem 10-Zoll-Panel nicht annähernd so lebendig wirken. Allerdings geht es auch deutlich schlechter, wie ein Blick auf die Vergleichstabelle zeigt.Akku Dell Latitude E6400 .
Wegen der Kombination aus mäßiger maximaler Helligkeit sowie eher geringem Bildkontrast ist die Verwendung des ZenPad 10.0 im Freien nicht immer und überall möglich. Sobald sich der Benutzer außerhalb von Schattenbereichen aufhält, lassen sich Bildschirminhalte nicht mehr problemlos ablesen. Kommt dann noch ein ungünstiger Winkel hinzu, so überlagert der sich spiegelnde Himmel das Bild massiv.

Die Blickwinkelstabilität wiederum ist als sehr gut zu bezeichnen und entspricht dem, was man von einem IPS-Panel auch erwarten würde. Leider zeigt es bei komplett schwarzem Bild auch Anflüge von Clouding in den Ecken.
Die Nutzung des Displays als Eingabemedium funktioniert sehr gut – sowohl hochkant wie im Querformat und aufgrund des Größenvorteils insgesamt noch etwas besser als beim ZenPad 8.0. Die einzelnen Tasten des virtuellen Keyboards fallen nicht nur größer aus und erhöhen die „Trefferwahrscheinlichkeit“; der zusätzliche Platz erlaubt auch die Einblendung einer Tab-Taste, welche unter anderem beim Ausfüllen von Webformularen gute Dienste leistet.
Wie das 8-zöllige ZenPad Z380M basiert auch das ZenPad 10.0 Z300M auf dem MediaTek MT8163 V/B SoC. Der mit maximal 1,3 GHz taktende Quadcore-Prozessor wird ergänzt um die 520 MHz schnelle Grafikeinheit Mali-T720 MP2.

Im Grunde ergibt sich hier wiederum ein vertrautes Bild – die Benchmarkwerte entsprechen erwartungsgemäß nahezu exakt jenen des 8-Zöllers. Schwächen bei der Grafikleistung stehen hervorragende Ergebnisse in anwendungsorientierten Testszenarien (PCMark, AnTuTu) mit Fokus auf die Gesamtsystemleistung entgegen. Die Balance stimmt einfach – flüssiges Arbeiten war mit unserem Testgerät auch in der Praxis jederzeit möglich. 
Beim Blick auf die Ergebnisse der Browsertests werden wir kurz stutzig: Hier liegt unser Testkandidat trotz praktisch identischer Hardware bei drei von vier Tests messbar vor seinem kleinen Bruder. Der Grund muss wohl bei den eingesetzten Webbrowsern zu suchen sein – Chrome 46 ist allem Anschein nach etwas performanter als die Version 52. Damit werden selbst komplex gestaltete Webseiten, die etwa Javascript-Elemente oder eingebettete Videos enthalten, weitgehend verzögerungsfrei geladen.
Die Leistung des 32 GB großen eMMC-Speichers kann sich sehen lassen: Außer beim Schreiben kleiner Datenblöcke setzt sich das ZenPad 10.0 an die Spitze der Konkurrenz. Auch dies trägt sicher zur gefühlt hohen Arbeitsgeschwindigkeit im Alltagsgebrauch bei. 
Aufgrund identischer Systemleistung sowie Bildschirmauflösung gibt es bei der Spieleleistung keinen nennenswerten Unterschied zwischen dem 8- und dem 10-zölligen ZenPad – sie reicht in der Praxis auch für anspruchsvollere Mobile Games aus. Beim Spielen von Asphalt 8: Airborne zeigte sich außerdem, dass die Lagesensoren des Tablets einwandfrei funktionieren.
Die bei Hochleistungsbetrieb entstehende Hitze wird sehr gut verteilt und anschließend abgeführt – an der wärmsten Stelle messen wir unproblematische 35,6 °C. Den Ruhebetrieb bewältigt das System ohnehin ohne Hitzewallungen. Akku Dell Latitude D830 .

Den GFXBench-Akku-Test, der das System über eine gute Viertelstunde hinweg zur Höchstleistung antreibt, bewältigt der Testkandidat ohne nennenswerte Performanceschwankungen.
Die Stereo-Lautsprecher am oberen Displayrand scheinen sich fast über die komplette Breitseite des Gerätes zu erstrecken – doch das ist nur Zierde. Was nach außen dringt, entspricht auch nur dem Durchschnitt im Tablet-Segment. Das bedeutet praktisch nicht vorhandene Bässe bei verhältnismäßig ordentlichen Mitten und Höhen. Mit gut 84 dB(A) sorgen die Lautsprecher zumindest für einen recht hohen Schalldruck. Für VoIP oder zwischendurch mal einen Youtube-Clip reicht es, aber echten Musikgenuss gibt es nur via Kopfhörer oder mittels externer Lautsprecher. Die von Asus angebotene Tastatur mit integrierten Aktiv-Stereolautsprechern könnte ebenfalls eine Lösung darstellen; sie stand uns allerdings nicht zum Testen zur Verfügung.
Der Energiebedarf des Testsystems ist sowohl im Ruhezustand wie auch unter Last eher gering. Der Mehrverbrauch im Vergleich zum ZenPad 8.0 dürfte im Wesentlichen auf das größere Display zurückfallen.

Im Standby steht mit 0,12 Watt ein erfreulicher geringer Stromverbrauch für das ZenPad 10.0 zu Buche. Aber auch ohne zusätzlichen Verbrauch dauert es etwa 5 Stunden, bis ein vollkommen leerer Akku wieder komplett geladen ist.
Im Vergleich mit der Konkurrenz präsentieren sich die Akkulaufzeiten des ZenPad 10.0 Z300M mittelprächtig. Beim praxisnahen WLAN-Test sind 435 Minuten beziehungsweise gut 7,5 Stunden für sich genommen nicht schlecht, reichen sie doch fast für einen kompletten Arbeitstag. Allerdings zeigen das Yoga Tab 3 sowie das Galaxy Tab, dass in der 10-Zoll-Klasse auch deutlich mehr drin sein kann.

Die vergleichsweise niedrige Akkukapazität unseres Testkandidaten fordert ihren Tribut; dies wird auch gegenüber dem 8-Zoll-ZenPad deutlich, das zwar noch weniger Reserven besitzt, aber eben auch ein kleineres, verbrauchsärmeres Display – entsprechend hält es auch etwas länger durch.
Für knapp 200 Euro liefert das ZenPad 10.0 Z300M eine gute Vorstellung ab: Die Hardwareleistung ist in allen Einsatzszenarien ausreichend, das GPS-Modul kann mit einem vollwertigen Navi konkurrieren und als Eingabegerät kann das Touchpanel vollauf überzeugen.

Die rein visuelle Displayleistung geht dagegen insgesamt zwar in Ordnung, reißt uns aber auch nicht vom Hocker. Die Auflösung von 1.280 x 800 Bildpunkten ist für einen aktuellen 10-Zöller im Grunde zu niedrig – zumindest dann, wenn das Panel (wie bei unserem Testkandidaten) nicht zum Ausgleich mit spitzenmäßigen Kontrastwerten aufwarten kann, welche die reduzierte Bildschärfe etwas kaschieren könnten.

Ansonsten entsprechen die (wenigen) eindeutig negativen Punkte jenen, die auch schon im Fazit zum Test des ZenPad 8.0 Erwähnung fanden: dies wären die fehlende WLAN-802.11ac-Unterstützung, die schlechte Frontkamera sowie der langsame Cardreader. Akku Dell Latitude E6500 .

Das insgesamt gute Preis-Leistungs-Verhältnis des Asus ZenPad 10.0 wird dadurch jedoch nicht grundsätzlich infrage gestellt; auch preislich vergleichbare 10-Zoll-Konkurrenten wie das MediaPad T2 10.0 Pro oder das Amazon Fire HD 10 stellen letztendlich immer Kompromisslösungen dar. Wenn es allerdings nicht auf die Größe ankommt, dann könnte auch ein Blick auf das Asus ZenPad 8.0 lohnen – denn es kann für 50 Euro weniger mit einem besseren Display und etwas längeren Laufzeiten aufwarten. Allerdings ist es aktuell nur mit 16 GB internem Speicher verfügbar.