Das Tecra Z50 hält die Tugenden klassischer Premium-Office-Notebooks hoch: Ein hervorragendes Display, kombiniert mit einer sehr guten Eingabesektion, umfangreichen Sicherheitsfeatures und einer ordentlichen Akkulaufzeit – das System braucht sich vor den altbekannten Platzhirschen nicht zu verstecken.
Wer auf der Suche nach einem zuverlässigen Notebook fürs Büro ist und in puncto Ausstattung keine Kompromisse eingehen möchte, denkt oftmals zuerst an Lenovo und HP. Und gemessen an ihrer Alltagspräsenz könnte man durchaus dem Glauben anheimfallen, dass der Markt neben Thinkpads und Elitebooks nicht mehr allzu viel hergibt.

Ein etwas weiter gefasster Blick kann jedoch auch in Bezug auf „höherwertige“ Office-Notebooks nicht schaden, wie Toshiba beweist. Namentlich die Tecra-Serie mag zwar nicht an den Bekanntheitsgrad der einschlägigen Konkurrenz heranreichen, doch sagt das über die Qualität wenig bis gar nichts aus.

Mit dem Toshiba Tecra Z50 C-10P erreicht uns ein schlankes Notebook mit modernem Skylake-Innenleben, das auf den ersten Blick auch als Consumer-Ultrabook durchgehen könnte – rein äußerlich also keine große Veränderung zu den 2014er-Tecras wie etwa dem Z50 A-12K. Es sind hier die Details, welche die Ausrichtung aufs Geschäftliche andeuten, namentlich Fingerprint-Reader, Smartcard-Slot oder auch der Trackpoint im Tastaturbereich, welcher seit der glorreichen IBM-Thinkpad-Ära quasi die Rolle einer Kühlerfigur in Bezug auf hochwertige Office-Notebooks erfüllt.

Ein derartiges Selbstverständnis fordert den Vergleich mit aktuellen ThinkPad-Modellen aus dem Hause Lenovo geradezu heraus; wir haben uns für das ThinkPad T560 (1.400 Euro) sowie dessen „kleinen Bruder“, das L560 (900 Euro) entschieden. Für HP geht das ProBook 450 G3 ins Rennen, das mit etwa 800 Euro zu Buche schlägt. Sämtliche Mitbewerber haben mit unserem 1.500 Euro teuren Testkandidaten die Prozessorausstattung (Intel Core i5 6200U) sowie das Displayformat (15,6 Zoll) gemein.
Zwar ist die Hülle nicht vollkommen identisch mit jener der Vorgängermodelle, doch bleibt Toshiba im Wesentlichen der eingeschlagenen Linie treu: Das silbergraue Chassis des Z50 C-10P sieht nicht nur schick und wertig aus, sondern es fült sich auch so an. Die Gehäuseoberseite und der Eingabebereich geben unter Druck kaum nach, der Displayrahmen ist verwindungssteif und die Displayscharniere greifen fest genug, um selbst das kleinste Nachwippen des Panels zu verhindern. Die 300 Gramm Mehrgewicht gegenüber dem (bereits sehr robusten) Vorgänger kamen offensichtlich der Gesamtstabilität zugute, während die Mobilität natürlich etwas zu leiden hat. Mit 2,1 Kilogramm zählt das System aber immer noch zu den leichteren Vertretern seiner Art. Akku Asus N53J .

Bei der Anschlussausstattung gibt sich der Testkandidat großzügig – so stehen etwa vier USB 3.0-Ports zur Verfügung –, jedoch wurde zugunsten der beiden „Klassiker“ HDMI- und VGA-Out auf moderne Anschlüsse wie USB 3.1 oder DisplayPort verzichtet. Letzterer lässt sich immerhin via Portreplikator nachrüsten, der über den unterseitigen Docking-Port angeschlossen wird. Der 200 Euro teure Extender bietet unter anderem auch vier weitere USB 3.0-Anschlüsse sowie zusätzliche Monitorausgänge.
Verbindung zur Außenwelt hält das Tecra entweder kabelgebunden via Gbit-Ethernet oder drahtlos über ein WiFi-Adapter von Intel, das einen Bruttodatendurchsatz von maximal 867 Mbps erlaubt. Dank 2x2-Antennenkonfiguration bleiben Verbindungen auch über längere Distanz zum Router signalstark.

An Sicherheitsfeatures bietet unser Z50 alles, was man von einem gehobenen Office-Laptop erwarten darf – an Bord sind ein SmartCard-Reader, ein Fingerabdrucksensor, ein TPM-Modul nach 2.0-Standard sowie der obligatorischen Anschluss für ein Kensington-Schloss. Etwas kurios: Auch ein Beschleunigungssensor ist verbaut, welcher Stürze und Erschütterungen registrieren kann. In Verbindung mit dem Tool „HDD Protection“ ließe sich so der Lese-/Schreibkopf einer Festplatte in eine sichere Position bringen, um Datenverlust infolge eines Headcrashs zu vermeiden – allerdings findet sich in der aktuellen Z50-C-Serie kein einziges System mehr mit konventioneller Festplatte.

Nicht ganz so überholt erscheint bei näherer Betrachtung dagegen das vorinstallierte Windows 7 Professional. Der erweiterte Support für Windows 7 (sprich: Die Versorgung mit Updates) läuft noch bis 2020, und entsprechend lange wird das Betriebssystem wohl noch in zahlreichen Unternehmen zum Einsatz kommen – deren IT-Abteilung dürfte sich über den vorinstallierten Betriebssystem-Klassiker ebenso freuen wie so mancher Nutzer. Wer lieber etwas „moderner“ unterwegs ist, installiert einfach Windows 10 Professional, das auf DVD mitgeliefert wird (und die Downgradeoption auf Windows 7 beinhaltet).
Zuletzt erlaubt das Tecra Z50 grundsätzlich auch die Wartung durch den Benutzer – allerdings ist hierfür die Entfernung der Bodenabdeckung nötig, und die wird von nicht weniger als 25 Schrauben an ihrem Platz gehalten. Davon sind einige zudem durch Aussparungen „separater“ Bauteile geführt und halten diese in Position. Ohne die Schrauben hängt etwa die Platine rechts unten im Bild, auf der zwei USB-Anschlüsse sowie der Audio-Port sitzen, nur noch an zwei dünnen Datenkabeln; leichte Wartbarkeit scheint kein Kriterium bei der Konstruktion des Gerätes gewesen zu sein. 
Fairerweise muss ergänzt werden, dass es bis auf eine Erweiterung des Arbeitsspeichers (ein freier DIMM-Sockel ist vorhanden) oder vielleicht auch eine Lüfterreinigung kaum einen Grund gibt, das Gerät zu operieren.
Die Tastatur scheint 1:1 aus der Vorgängergeneration übernommen worden zu sein – und das war im Großen und Ganzen eine gute Entscheidung. Das 102-Tasten-Keyboard verfügt über einen separaten Nummernblock sowie eine zuschaltbare, weiße Hintergrundbeleuchtung. Für eine Chiclet-Tastatur ist das Schreibgefühl sehr ordentlich: bauartbedingt fallen Tastenhub und haptisches Feedback eher mäßig aus, doch schreibt es sich in der Praxis überaus angenehm und flüssig.

Das Clickpad wurde dagegen wohl etwas überarbeitet. Bemängelte der Tester des Z50 A-12K noch eine recht geringe Präzision, so ist davon bei unserem Testkandidaten nichts zu bemerken. Das obere Drittel des Pads löst auch bei stärkerem Druck keinen Mausklick aus, so dass Drag and Drop über diesen Bereich hinweg tadellos funktioniert. Ohnehin steht mit dem Trackpoint (im Tastaturbereich auf Mittellinie des Touchpads befindlich) auch noch eine weitere, in der Praxis meist deutlich präzisere Möglichkeit der Mauszeigersteuerung zur Verfügung.
In unserem Testkandidaten ist ein mattes, 15,6 Zoll großes FHD-Panel von LG mit der Typenbezeichnung LP156WF6-SPP1 verbaut. Gegenüber dem schon sehr guten, u. A. im Tecra Z50 A-12K verwendeten Vorgängermodell kann die Mattscheibe des Z50 C-10P in nahezu allen Teildisziplinen noch mal eine Schippe draufsetzen; insbesondere der hohe Kontrastwert von 1067:1 weiß zu gefallen und stellt die direkte Konkurrenz – pardon – in den Schatten. 
Das Panel erreicht eine Abdeckung von knapp über 90 Prozent des sRGB-Farbraumes und eignet sich damit tendenziell auch für die Bildbearbeitung (solange man keine Druckvorstufen oder ähnliches erstellen will – dafür fehlt mit einer AdobeRGB-Abdeckung von 62 Prozent noch ein ganzes Stück).

Die Farbabweichung liegt ab Werk bei einem Delta von 3,1 (Graustufen) bzw. 4,7 und damit sehr nahe am Optimum (weniger 3). Die von uns gemessene Farbtemperatur von etwa 6.600 Kelvin kann als „neutral“ bezeichnet werden – weiß wird also auch als weiß dargestellt und tendiert weder ins bläuliche noch Richtung gelb.

Die hohe Displayhelligkeit von durchschnittlich 288 cd/m2 lässt sich im Akkubetrieb voll abrufen. In Kombination mit dem formidablen Kontrastwert des Panels ist somit auch im Freien nahezu uneingeschränktes Arbeiten möglich. Eine IPS-typisch hohe Blickwinkelstabiliät versteht sich ohnehin fast von selbst. Alles in Allem darf das Display des Toshiba Tecra Z50 C-10P somit schlicht als echtes Highlight bezeichnet werden. Hohe Helligkeit, satte Farben, tiefes Schwarz – Auge, was willst du mehr? 
Die niedrige PWM-Frequenz von 50 Hz war übrigens den gesamten Test über nicht wahrzunehmen und hat insbesondere kein Unwohlsein hervorgerufen.
Die Kombination aus ULV-i5er, 8 GB Arbeitsspeicher und performanter SSD bietet ausreichend Leistung für das Gros an typischer Office-Software und bürgt in der Praxis für allzeit flüssiges, verzögerungsfreies Arbeiten. Wer etwas mehr Rechenleistung benötigt, könnte alternativ auch zum Toshiba Tecra Z50-C-108 greifen, das als „größter“ Serienvertreter mit einem Core i7-6500U sowie 16 GB RAM ausgestattet ist. An dieser Stelle sei erwähnt, dass sich durch Hinzufügen eines zweiten Speichermoduls auch aus unserem Testkandidaten noch ein wenig Leistung über den Dualchannel-Betrieb herauskitzeln ließe.

Der verbaute Intel Core i5-6200U ist ein sparsamer ULV-Zweikernprozessor (TDP: 15W) aus Intels aktueller Skylake-Generation. Er besitzt einen Basistakt von 2,3 GHz und kann im Turbo-Modus beide Prozessorkerne parallel auf maximal 2,7 GHz hochtakten (2,8 GHz bei Verwendung nur eines Kerns). Die mittels Cinebench von uns gemessene Performance der CPU liegt recht exakt auf dem Niveau identischer Prozessoren in anderen Systemen. Akku Asus X53SV .

Die Gesamtsystemleistung haben wir mittels PCMark 8 ermittelt – hier wird das Notebook anhand verschiedener praxisnaher Tests (Bildbearbeitung, VoIP-Konferenzen etc.) auf Herz und Nieren getestet. Wiederum liegen die Ergebnisse absolut im Rahmen des Erwartbaren. Messbar besser schneiden Systeme auf Basis des Core i5-6200U nur dann ab, wenn sie im Dualchannel-Modus betrieben werden.
Die 256 GB große SSD im Inneren des Tecra Z50 C-10P ist eine Eigenentwicklung von Toshiba – und zwar eine überaus ordentliche. Die Messwerte aus AS SSD und CrystalDiskMark bescheinigen dem Laufwerk eine Gesamtperformance auf dem Niveau der erwiesenermaßen starken 850er EVOs von Samsung.
Die CPU-interne Intel HD Graphics 520 ist bekanntermaßen nicht auf Performance optimiert, aber das spielt bei einem reinrassigen Office-Notebook wohl auch keine größere Rolle – für flüssige Videowiedergabe reicht es allemal. Die 3DMark-Ergebnisse bescheinigen dem Tecra gegenüber Singlechannel-betriebenen Systemen mit identischer CPU eine leicht überdurchschnittliche Grafikperformance. Von uns getestete Geräte mit zwei Speichermodulen wie beispielsweise das HP ProBook 640 G2 kommen – insbesondere in anspruchsvolleren Szenarien wie etwa beim Fire Strike Extreme auf eine satte Mehrleistung von 50 Prozent.
Wer allen Ernstes auf dem Tecra Z50 aktuelle Spieletitel zocken möchte, könnte also durch den Einbau eines zweiten RAM-Riegels gerade so auf spielbare Frameraten kommen – freilich nur bei niedrigstmöglichen Einstellungen. In der vorliegenden Konfiguration dagegen fehlen etwa beim aktuellen Tomb Raider noch einige FPS zur flüssigen Bilddarstellung. Besser sieht es natürlich bei älteren Titeln aus, wobei die native FHD-Auflösung in Kombination mit einem hohen Detailgrad oftmals immer noch eine Nummer zu groß für die schwachbrüstige iGPU sein dürfte.
Im Ruhezustand steht der Lüfter des Testkandidaten still, es sind also keinerlei Geräusche zu vernehmen. Unter Höchstlast steigt die Lautstärke um gerade mal ein Dezibel an – in der Praxis ist das Lüfterrauschen also kaum wahrnehmbar.

Zudem läuft der Lüfter in Belastungsszenarien durchgehend und mit konstanter Drehzahl. In vielen Fällen dürfte er damit von den Geräuschen der jeweiligen Umgebung übertönt werden.
In Sachen Wärmemanagement haben die Ingenieure von Toshiba recht gute Arbeit geleistet. Die Temperatur im Leerlauf liegt nur geringfügig oberhalb einer normalen Zimmertemperatur. Unter erzwungener Maximalbelastung über längere Zeit hinweg (die bei „typischer“ Nutzung niemals auftreten dürfte) wird das Tecra im Bereich des Lüftungsschachtes (hinten rechts) dagegen ziemlich heiß. Die Handballenauflage und ein Großteil des Tastaturbereichs erwärmen sich allerdings weit weniger stark – solange das Gerät unter Volllast auf dem Schoß betrieben werden soll, dürfte es keine Probleme mit der Temperaturentwicklung geben.

Im Stresstest schlägt sich das Z50 sehr gut: Die CPU erwärmt sich maximal auf 60 Grad und ist damit in der Lage, durchgehend oberhalb des spezifizierten Basistaktes von 2,3 GHz bzw. im Turbomodus zu arbeiten. Die Taktfrequenz schwankt zwischen 2,4 und den (bei Zweikernbetrieb) maximalen 2,7 GHz - von Throttling also keine Spur.
Die Stereo-Speaker des Tecra sind zweckmäßig – mehr auch nicht. Der Klang ist per default blechern und nahezu komplett frei von Bässen. Mittels Software-Equalizer und etwas Experimentieren lässt sich der Klang insgesamt deutlich ausgewogener gestalten, bleibt jedoch auch danach „drucklos“. An guten Kopfhörern oder externen Lautsprechern, die sich per Mini-Klinke anschließen lassen, führt für angenehmen Musikgenuss kein Weg vorbei.

Unser Testkandidat ist durch die Bank weg sehr sparsam im Verbrauch, wenngleich nicht verbrauchsärmer als die direkte Konkurrenz. Das Netzteil liefert 50 Watt und lädt das Gerät selbst dann zügig, wenn es sich unter Volllast die maximalen 32.6 Watt genehmigt.

Mit knapp 6 Stunden Laufzeit in unserem praxisnahen WLAN-Test liefert das Tecra Z50 ein ordentliches Ergebnis ab – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Der 44 Wh-Akku ist austauschbar, so dass eine Laufzeitverlängerung mittels Ersatzakku möglich wäre. „Extragroße“ Batterien, wie sie bei anderen Herstellern bisweilen als optionales Zubehör angeboten wurden, gibt es allerdings nicht.
Mit dem Tecra Z50-C-10P ist Toshiba ein ganz großer Wurf gelungen: Das Gerät hat sich seinen Platz in unserer Bestenliste für Premium-Office-Notebooks redlich verdient.

Das Z50 präsentiert sich in nahezu allen Teilbereichen überdurchschnittlich – angefangen mit dem überragenden Display über die gelungene Eingabesektion und die umfangreiche Ausstattung bis hin zu den Verbrauchswerten.

Immerhin im Bereich des guten Durchschnitts bewegen sich zudem Rechen- bzw. Gesamtsystemleistung sowie die Akkulaufzeit. Kritikwürdiges findet sich dagegen nur wenig – die mäßigen Lautsprecher, das Fehlen „aktueller“ Anschlüsse wie etwa USB 3.1, die für ein Profigerät zu kurze Standardgarantie von 12 Monaten (immerhin zum kleinen Preis auf 3 Jahre erweiterbar). Akku Asus X71Q .

Stichwort Preis: Der geht mit knapp 1.400 Euro (Straßenpreis) und gemessen am Gebotenen vollkommen in Ordnung, denn das Tecra Z50-C-10P gehört aktuell schlichtweg zu den besten Office-Notebooks im 15-Zoll-Format. Allenfalls das ThinkPad T560 von Lenovo bewegt sich auf Augenhöhe; es kostet allerdings mit Hybridlaufwerk anstelle einer SSD und weniger Arbeitsspeicher bereits in etwa genauso viel wie das Z50.